Justin Lieberman x Manifesta 16 Ruhr
Während eines Arbeitsaufenthalts in der Porzellan Manufaktur Nymphenburg entwickelte Justin Lieberman (*1977, Florida) die keramische Werkgruppe An Engine (Ein Motor) (2026), die nun auf der Manifesta 16 Ruhr zu sehen ist. Die Europäische Nomadische Biennale für zeitgenössische Kunst gastiert alle zwei Jahre an einem anderen Ort und widmet sich den gesellschaftlichen, politischen und ökologischen Fragen unserer Zeit.
Im Zentrum von An Engine stehen keramische Schildkrötenpanzer. Sie sind keine naturgetreuen Nachbildungen, sondern skulpturale Formen, in denen sich Fragen nach Schutz, Verletzlichkeit und Verwandlung verdichten. Ton und Glasur verleihen ihnen eine archaische Präsenz und lassen sie wie Speicher von Zeit und Erfahrung erscheinen. Die Arbeiten bewegen sich zwischen Skulptur und Metapher und eröffnen einen poetischen Blick auf das Spannungsverhältnis von Sichtbarkeit und Rückzug.
Liebermans multidisziplinäres Schaffen umfasst Malerei, Collage, Assemblage und Keramik. Mit der Aneignung und Transformation von Bildern aus Medien, Werbung und Popkultur hinterfragt er die Mechanismen visueller Kultur und verbindet handwerkliche Präzision mit Humor, Irritation und kritischer Reflexion. Er lebt und arbeitet in München.