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Haben Sie Fernweh?

DER WEG IST DAS ZIEL

Hochsaison! Am italienischen Bagno, entlang der baskischen Atlantikküste, im Boulodrome in Südfrankreich – überall versuchen die Menschen ein Stück vom Ferienglück zu erhaschen. Doch: „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah”, wusste schon Goethe. Wir haben Mittel gegen Fernweh – ganz ohne Stau, Quallen und andere Sommertücken – die zudem länger Freude bereiten als sechs Wochen Ferien.
Bild 3: Helles Tischarrangement mit einem weissen Porzellanteller, auf dem eine in Folie verpackte Schokoladensardine liegt. Daneben ein kleiner Teller mit weiteren silber-blau verpackten Sardinen, ein silbernes Besteck, eine hellblaue Serviette und ein Stück Baguette in Papierhülle auf hellblauem Untergrund.

VIVE LA FRANCE 

Französische Ferienorte klingen wie ein Versprechen: Saint Palais-sur-Mer, Les Baux de Provence, Mimizan sind Liebkosungen für das Ohr – und Feste für die Sinne. Zeit wird hier anders definiert: Man küsst sich – zwei Mal, drei Mal – auf die Wangen. La Bise bringt Menschen automatisch näher als ein schnelles „Hallo”. Man schiebt beim Boule eine ruhige Kugel, selbst das Aufsammeln wird mit Magneten an einer Schnur zu einem eleganten Pas de deux. Man zelebriert den Apéro mit Getränken, die schon wegen ihrer drolligen Namen wie Rinquinquin (Pfirsichwein) oder Godinette (ein bretonischer Erdbeer-Cocktail) Vergnügen versprechen. Dieses Lebensgefühl lässt sich auch diesseits der Grenze etablieren: Ein knuspriges Baguette, ein paar kleine Délices und Françoise Hardy oder Charles Aznavour auf dem Plattenteller – schon kann man sich der Sérénité de l’âme hingeben. So nennen die Franzosen die Mischung aus Seelenfrieden, Ruhe und Heiterkeit.

Ein weisser Porzellanteller mit drei Cantuccini, daneben eine weisse Tasse mit schwarzem Kaffee auf Unterteller und Löffel. Im Hintergrund zwei rote Vasen mit kleinen weissen Blüten, sowie eine Postkarte mit gezeichneter Strandszene und ein Stift auf hellblauem Untergrund.

CIAO, BELLISSIMA

Das Rezept für Italien-Feeling lautet: Man nehme Leidenschaft und Lebensfreude, begleitet von vielen Gesten – etwa 250 mit konkreter Bedeutung soll es geben – und noch mehr Worten. Angeblich sprudeln 7,08 Silben pro Sekunde aus den Mündern. Klar, dann bleibt mehr Zeit zum Essen, denn der Tag ist durch Genuss strukturiert. Man startet mit einem klitzekleinen biscotto zum Caffè. Mittags gibt es einfache, schnelle Gerichte, die mit nur zwei Zutaten (Fenchel und Orange, Artischocken und Parmesan, Pasta und Semmelbrösel) zu erstaunlichen Gaumenfreuden werden. Beim Finale am Abend biegen sich die Tische unter Schalen und Platten mit Primi, Secondi und Dolci. Dazwischen? Ah, si fa! Nach dem ersten Espresso wird alles irgendwie gelingen. 

Bild 2: Gedeckter Tisch mit einem grossen weissen Porzellanteller, auf dem drei gekochte Garnelen liegen. Daneben ein kleiner Teller mit zwei Baguettescheiben, eine Glasvase mit roter Blüte, ein Glas Sekt, ein Messer auf weisser Serviette und eine Schale mit weiteren Garnelen auf dunklem Holztisch.

TOPA!

Sterne prangen im Baskenland nicht nur am Firmament. Eine wilde Küste, grüne Hügel und eine einzigartige Gastro-Szene prägen die spanische Region am Atlantik. Nur in Kyoto gibt es mehr Michelin-Sterne als in San Sebastián und Umgebung, 18 sind es zur Zeit. Grundlage bilden nicht selten Häppchen, die Pintxos, die ursprünglich in den Bars als kleine Grundlage gereicht wurden, damit man den Cava besser verträgt. Heute sind daraus raffinierte Kunstwerke entstanden, bei denen Geschmäcker und Konsistenzen Gästen ein seliges „Hmmmmmm“ hervorlocken. Oder wie klingen gegrillte Jakobsmuscheln in einer Ajoblanco, mit Kaffeevinaigrette akzentuiert? Langustinen in Martinisauce? Garnelen-Ceviche? Wer sich das Baskenland nach Hause holen möchte, muss aber nicht Auserlesenes auftischen. Es kommt vor allem auf die Qualität und Frische der Produkte an. Übung brauchen Sie nur beim authentischen Einschenken des Weißweins: Der Txakoli wird im hohen Bogen ins Glas gegossen. Fünfzig Zentimeter sind das Minimum. Dann heißt es „Topa” – Prost. 

PORZELLAN MANUFAKTUR NYMPHENBURG
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