IM SCHNECKENTEMPO: MEIN LIEBLINGSSTÜCK Wer Ingrid Harding in der Manufaktur erlebt, fühlt sich an die Fabel „Der Hase und der Igel“ erinnert. Irgendwie ist sie immer schon dort: im Büro, in den Werkstätten, im Park, in der alten Ofenhalle. Die Leiterin der Produktentwicklung verhandelt mit Künstlern über deren Kollektionen, berät Kunden und legt selbst oft die erste und letzte Hand an ein neues Projekt. Seit 1990 ist die gebürtige Amerikanerin nach einem Kunst- und Keramikstudium in der Porzellan Manufaktur und hat in den über 30 Jahren gelernt, dass Innehalten manchmal Wunder wirkt. Eines ihrer insgesamt vier Lieblingsstücke, allesamt Künstlerkooperationen, ist zufällig in einer gemeinsamen Pause mit der niederländischen Künstlerin Hella Jongerius entstanden. „Hella setzte im Figurenraum aus einem Impuls eine Porzellanschnecke in eine Schale – und musste über den kuriosen Anblick lachen. Kurz darauf verschwand sie in der Malerei und hat dieser Schnecke eine Schleimspur aus goldenen Blumen verpasst. Das war der Beginn einer ganzen Tierschalen-Kollektion“, erinnert sich Ingrid Harding. Ihre anderen „Porzellankinder“: die Volutenschale von Ted Muehling, die papierhafte Lightscape-Edition von Ruth Gurvich und die Gentiana Alba von Studio Faubel, ursprünglich für die historische Stube in der Falkenhütte im Karwendelgebirge designt. Ein Ort auf 1848 Metern, an dem das Leben in einem gemächlicheren Tempo verläuft. |